Ostwind Institut

Geschlechtergerechtigkeit und freiwillige Instrumente der Unternehmensverantwortung in globalen Produktionsnetzwerken und Lieferketten.

Zusammenfassung:

Die Studie geht der Frage nach, inwieweit freiwillige Instrumente der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung Geschlechtergerechtigkeit in globalen Produktionsnetzwerken und Zulieferketten stärken. Sie bezieht dabei Ergebnisse aus der Bekleidungs-, Elektronik- und Spielzeugindustrie sowie der Landwirtschaft ein. Corporate Social Responsibility (CSR)-Instrumente werden zunächst akteurs- und interessenbezogen differenziert. Die Studie betont hierbei vor allem die Bedeutung der Integration unterschiedlicher Stakeholder im Arbeits-, Frauen- und Menschenrechtsdiskurs. Vor diesem Hintergrund vertritt sie die These, dass Multistakeholder-Organisationen einen entscheidenden Beitrag zur Wirksamkeit von CSR-Instrumenten leisten können. Die Studie identifiziert dann wichtige Problemfelder für Geschlechtergerechtigkeit bei der Arbeit in globalen Lieferketten und überprüft, inwieweit Kodizes und Implementierungsdokumente entsprechende normative Anforderungen und praktikable Anleitungen enthalten. Sie analysiert zudem bestehende Wirkungsmessungen freiwilliger CSR-Instrumente und kommt zu dem Ergebnis, dass Geschlechtergerechtigkeit unter den ohnehin begrenzten Wirkungen freiwilliger CSR-Instrumente unterrepräsentiert ist. Sie nennt Ursachen für diese Situation und Ansatzpunkte für Veränderungen. Dabei fordert sie insbesondere die Entwicklung arbeitsrechtszentrierter Ansätze für die Kodeximplementierung und Governance von Lieferketten. Zusätzlich weist die Studie darauf hin, dass ohne eine systematische Aktivierung von Staaten und Regierungen für den Schutz der Rechte von Beschäftigten keine nachhaltige Verbesserung für ArbeiterInnen und auch keine anhaltende Wirksamkeit von CSR-Instrumenten zu erwarten sind – auch und gerade für das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit.

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